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Wege zum klimaneutralen Gebäudebestand bis 2045 – Vortrag und Austausch der Aufsichtsräte

Am Dienstagabend, den 10.02.2026 versammelten sich die Aufsichtsräte und Vorstände der Genossenschaften aus dem Woges-Verbund zu einem besonderen Anlass: Gemeinsam widmeten sie sich dem drängenden Thema „Klimaneutraler Gebäudebestand bis 2045“. Dabei stand der Vortrag im Mittelpunkt, gehalten von Prof. Dr. Ing. Grinewitschus, selbst Mitglied im Aufsichtsrat der Wohnstätten Wanne-Eickel und renommierter Experte in Energiefragen sowie technischer Gebäudeausrüstung.

Klimaneutralität als Gemeinschaftsaufgabe

Das Ziel der Bundesregierung, bis 2045 einen klimaneutralen Gebäudebestand zu erreichen, ist ambitioniert – und notwendig. Schließlich sind Gebäude für einen erheblichen Anteil der CO₂-Emissionen verantwortlich. Prof. Dr. Ing. Grinewitschus machte in seinem Vortrag deutlich, dass die Genossenschaften mit ihren vielfältigen Beständen und sozialen Strukturen eine wichtige Rolle beim Erreichen dieses Zieles spielen können. „Die Transformation gelingt nur, wenn wir gemeinsam neue Wege gehen und Erfahrungen teilen.

Auch kleine energetische Sanierungsmaßnahmen haben durchaus signifikante Effekte und machen in der Regel Sinn. Auch wenn sie nicht die Ersparnisse einer Komplettsanierung erreichen, tragen sie kurz- bis mittelfristig effektiv zur Reduzierung des Energieverbrauchs bei und senken ebenfalls den CO₂-Ausstoß.“, betonte er.

Herausforderungen und Chancen

Im Vortrag wurden die Herausforderungen aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet. Zu den wichtigsten Aspekten zählen die energetische Sanierung, der Einsatz erneuerbarer Energien sowie die Digitalisierung von Gebäudemanagement. Prof. Dr. Ing. Grinewitschus zeigte anschaulich, welche Maßnahmen sinnvoll und realisierbar sind: Dämmung, moderne Heizungsanlagen, Umstieg auf die Fernwärme, Photovoltaik und innovative Smart-Home-Technologien – viele Möglichkeiten stehen bereit, doch die Umsetzung erfordert eine detaillierte Planung, (hohe) Investitionen und langjährige Strategien. Er betonte, dass Fernwärme jedoch keine Universallösung ist. Zum einen ist sie und wird auch nicht überall verfügbar sein, zum anderen wird die Dekarbonisierung zu einer Kostensteigerung bei der Fernwärme führen, deren Umfang zur Zeit nicht abgeschätzt werden kann. 

Genossenschaften müssen sich mit dem Einsatzmöglichkeiten von Wärmepumpen in den Beständen intensiv auseinandersetzen. Ein erster Schritt besteht darin, die Betriebsführung der eigenen Heizungsanlagen zu optimieren und dabei zu prüfen, welches Gebäude mit und ohne Sanierungsmaßnahmen für den Umstieg auf Wärmepumpen geeignet sind. Strom wird zum zentralen Energieträger, auch für Mehrfamilienhäuser werden. Eine Zentrale Bedeutung wird zukünftig die Stromproduktion in den eigenen Beständen haben. Konzepte wie die Gemeinschaftliche Gebäudeversorgung helfen, eine wirtschaftliche Energieversorgung auch für die Mieter umzusetzen.

Ein zentraler Punkt: Auch soziale Nachhaltigkeit muss mitgedacht werden. Klimaneutrale Maßnahmen dürfen nicht zu einer Belastung für die Mitglieder werden. Deshalb müssen Lösungen entwickelt werden, die sowohl ökologisch als auch sozial verträglich sind – etwa durch Förderprogramme, Kooperationen und transparente Kommunikation.

Letztendlich sind Genossenschaften gut beraten, eine datenbasierte Klimapfadsteuerung aufzubauen und vor allem, eng miteinander zu kooperieren.  Der Erfahrungsaustausch und die Zusammenarbeit hilft, Kosten zu reduzieren. 

Einblicke und Diskussion

Der Vortrag bot nicht nur wissenschaftliche Einordnung, sondern auch praktische Beispiele, wie andere Unternehmen diesen Weg bereits eingeschlagen haben.

Im Anschluss an den Vortrag entstand eine Diskussion unter den Anwesenden. So wurden Erfahrungen ausgetauscht und Herausforderungen offen angesprochen – von gestiegenen Baukosten bis zu der Frage, wie man die Mitglieder aktiv einbindet. Der Austausch zeigte: Die Genossenschaften haben bereits erste wichtige Schritte unternommen, stehen aber weiterhin vor großen Aufgaben auf ihrem Weg zur Klimaneutralität.

Ausblick

Die Veranstaltung war mehr als nur ein informativer Vortrag: Sie war ein Forum zur Vernetzung und Motivation. Der Woges-Verbund wird den gemeinsamen Austausch der Aufsichtsratsmitglieder auch in den kommenden Jahren weiter aktiv fördern.

Zum Dank gab es eine kleine Überraschung für Herrn Prof. Dr. Ing. Grinewitschus

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